Die Beratungshilfe
Der Staat gewährt Rechtsuchenden, die sich einen Rechtsanwalt aufgrund
ihrer Einkommensverhältnisse nicht "leisten" können, nach Maßgabe
des Beratungshilfegesetzes Beratungshilfe. Dabei geht es jedoch
nicht nur um reine Beratungsleistungen, sondern auch um die Vertretung
gegenüber Dritten, die von der Beratungshilfe erfaßt werden.
Wie kommt derjenige an derartige Beihilfen des Staates?
Dies ist auf zwei Wegen möglich:
1. Der Rechtsuchende sucht das für ihn zuständige Amtsgericht
auf und stellt beim Amtsgericht einen Antrag auf Beratungshilfe.
Dabei wird ein Antragsformular auszufüllen sein. Der zuständige
Rechtspfleger prüft diesen Antrag hinsichtlich der Bedürftigkeit
der antragstellenden Person sowie die Frage, ob die Wahrnehmung
der Rechte nicht mutwillig erscheint. Bejaht das Gericht die Voraussetzungen
für die Gewährung von Beratungshilfe, so stellt es einen Beratungshilfeschein
aus. Dieser berechtigt den Rechtsuchenden, einen Rechtsanwalt seiner
Wahl aufzusuchen, um unter Vorlage des Scheines einen Rechtsrat
zu erhalten. Dabei hat er lediglich eine Schutzgebühr von 10,-EUR
zzgl. Umsatzsteuer zu entrichten, auf die der Anwalt jedoch auch
in besonderen Fällen verzichten kann, aber nicht muß.
2. Die weitere Möglichkeit besteht darin, einen Rechtsanwalt
seiner Wahl direkt aufzusuchen, um dann über den Anwalt den Beratungshilfeantrag
stellen zu lassen. Dabei hat der Anwalt die Wahl, entweder den Rechtsrat
sofort zu erteilen bzw. erst auf die Entscheidung des Gerichtes
zu warten, ob Beratungshilfe gewährt wird. Es ist auch möglich,
beim Amtsgericht die Beratungshilfestelle aufzusuchen, die mit einem
Rechtsanwalt besetzt ist. Beim Amtsgericht Fürstenwalde ist die
Beratungshilfestelle jeweils mittwochs von 14.00 bis 16.00 Uhr besetzt.
Beratungshilfe wird auf den Gebieten des Zivilrechtes, Verwaltungsrechtes,
Verfassungs- und Sozialrechtes gewährt. An dieser Stelle sei darauf
verwiesen, daß jeder Rechtsanwalt grundsätzlich verpflichtet ist,
anwaltliche Leistungen nach dem Beratungshilfegesetz zu erbringen.
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